Report from October 28th, til November 13th 2009; # 10 :-). Position Torrevieja, Spain, 37° 58’ N, 00° 15’ W
HERE A SHORT VERSION
for all those
who have not much time and only want to be informed about the bare facts and only want or can or wish to read the details later.
From now on, and in every new blog, there will be a short version, like here, at the beginning.
27.10.09 by train 9 hours Zurich-Narbonne. Relaxing and better than the first intended flight Zurich-Paris-Perpignan of the same 9 hours' duration.
28.10.–2.11.09 Testing in Gruissan how the new boat behaves under sail and with motor = perfectly. . Installing and fitting of safety equipment on board, shopping for food and drink by most beautiful late-Summer weather. Arrival of the crew and moving into berths.
1.11.-4.11.09 Very bad weather with Mistral, cold. Different gales from different directions. Storm force 7-8. Already in the harbour one-meter white crestwaves. Waiting for better weather to depart.
5.11.09 Departure with wind force 7, with mixed feelings, even worth weather to arrive in 12 hours from the North forces us to leave. In the evening entering the Marina of Port Vendres in France.
6.11.09 We continue in the morning with storm force 7 Beaufort and a good wind with 4-5 meter waves, on which we virtually 'surf' along extrememly fast towards Spain. The baby CAN sail and does so perfectly. In the evening arrival in the Spanish Marina Palamos. There a long dinner and even longer bar visit...
7.11.09 This day brings a slept-in morning with already warmer temperatures. The late start of this day's turn makes it shorter than planned, but still with enough wind and 25-30 knots, finishing with the setting sun in Aranys, not far from Barcelona.
8.11.09 With a headwind against the waves we can only set the big sail for a short time for stabilisation, for the rest of the journey we use the motor, which gives it a chance to prove what it is made of. And this is totally satisfactor. With a cruising speed of 8-9 knots and 22000 reps, it kept the direction with the auto pilot probably better than we could have done.
Barcelona signalled 'overbooked harbour and international boat exhibition, but come anyway'. This sounded intruiging, but it was not easy to find the entrance to the port, as the approach to the harbour was longer than two miles. We got a mooring place at the petrol station in Port Vel, right in town.
9.-11.11.09 New mooring place with every comfort, the crew go sightseeing in Barcelona, a great city. We stay three nights and on one of them have a big party on board. Hey, that was huge fun.
11.11.09 We get going, sailing and motoring against the wind in slightly warmer weather direction Alicante. In thirty hours flat we pass in the night Valencia, Mallorca and Ibiza, seeing a wonderful and extraordinary moon rising at three in the morning - the two points of the quarter moon which is lying on its back become first visible, at first I imagine seeing one or two ships with strange lights... - and later a magnificent sun rise. In the afternoon we pass Denia and Javea, around Cabo de Nao, then passing Calpe and finally reaching the Marina of Altea.
13.11.09 After a long sleep we pass Alicante in beautiful weather and with a strong headwind, partly with the motor, manoeuvering through many fishfarms we reach the anchorage in Torrevieja in the afternoon. .
14.11. 09 Following a long breakfast the boat is being carefully cleaned inside and out, the crew say farewell, wanting to return 'It was so good, so turbulent and such fun'.
The result of the journey, here the short version:
1000 kms sailed and motored = a great boat, in all conditions totally reliable, with enormous amount of room and easy to sail.
Liebe Freunde
nachtraeglich der letzte blog des vergangenen Jahres, lang wie immer :-) aber,
HIER EINE KURZVERSION
fuer alle, die wenig Zeit haben, sich nur ueber die nackten Fakten orientieren moechten und erst spaeter die Details lesen wollen/koennen/moechten.
Die Kurzversion STEHT JETZT und anschliessend in jedem neuen blog WIE HIER, am Anfang.
27.10.09 mit dem Zug 9 Std Zuerich-Narbonne. Entspannend und besser als der –zuerst geplante und dann ausgelassene- Flug Zuerich-Paris-Perpignan mit seinen ebenfalls 9 Std Dauer.
28.10.–2.11..09 Probieren, wie sich das neue Schiff unter Segel und Motor verhaelt in Gruissan = perfekt. Installieren und Einrichten des Sicherheits Equipments an Bord, Proviant+Getraenke shoppen bei schoensten Spaetsommerwetter. Crew kommt und bezieht die Kojen.
1.11.-4.11.09 Sehr schlechtes Wetter mit Mistral, kalt; Andere Stuerme aus anderen Richtungen dazu. Windstaerke 7-8. Bereits im Hafen 1 Meter hohe Wellen mit Schaumkronen. Warten auf besseres Wetter zum Abfahren.
5.11.09 Abfahrt bei Windstaerke 7 mit gemischten Gefuehlen, noch schlechteres Wetter das aus Norden in 12 Stunden kommen wird, zwingt uns dazu. Am Abend noch Einfahrt in die Marina von Port Vendres in Frankreich.
6.11.09 Weiter geht’s am Morgen mit Sturmstaerke von 7 Beaufort und gutem Wind mit 4-5 m hohen Wellen, auf denen wir unglaublich schnell regelrecht surfen, nach Spanien. Das Baby KANN segeln, und das tut sie perfekt. Am Abend Ankunft in der spanischen Marina Palamos. Dort langes Dinner und noch laengerer Barbesuch….
7.11.09 Dieser neue Tag bringt uns einen verschlafenen Morgen mit allerdings schon waermeren Temperaturen. Der spaet begonnene Tagestoern wird kuerzer als vorgesehen, aber immer noch windig genug mit 25-30 Knoten und endet bei untergehender Sonne in Aranys, nicht sehr weit von Barcelona entfernt.
8.11.09 Bei Gegenwind und gegen die Wellen heute koennen wir nur kurz das Grossegel zum stabilisieren einsetzen, den Rest der Reise diente uns der Motor, der damit zeigen konnte, was er so alles drauf hat. Und das ist durchaus zufrieden stellend.Mit 8-9 Knoten Marschgeschwindigkeit und 22000 Reps hielt er die Richtung mit dem Autopiloten wahrscheinlich besser als wir es gekonnt haetten.
Barcelona funkte uns einen `ueberbuchten Hafen und internationale Bootsausstellung, aber wir sollten trotzdem kommen’. Das klang spannend, die Hafeneinfahrt zu finden war auch nicht einfach, die Zufahrt durch den Hafen dauerte mehr als zwei Meilen, einen Liegeplatz erhielten wir an der Tankstelle im Port Vel, direkt in der Stadt.
9.-11.11.09 Neuer Liegeplatz mit allem Komfort, die Crew besichtigt Barcelona, eine tolle Stadt, wir bleiben drei Naechte und haben einmal eine grosse Party an Bord. Hey, das war absolute fun.
11.11.09 Wir legten los, segeln und motoren gegen den Wind bei schon etwas waermeren Wetter Richtung Alicante. In dreissig Stunden non Stopp passieren wir nachts Valencia, Mallorca und Ibiza, sahen einen wunderbaren, bemerkenswerten Mondaufgang um drei Uhr morgens –die beiden Spitzen des auf dem Ruecken liegenden Viertelmondes tauchten zuerst auf. Ich hielt das zunaechst fuer ein oder zwei Schiffe mit eigenartigen Lichtern…- und spaeter einen herrlichen Sonnenaufgang. Gegen Nachmittag an Denia und Javea vorbei, um das Cabo de Nao herum, an Calpe vorbei und dann in die Marina von Altea.
13.11.09 Lange schlafen, anschliessend bei schoenen Wetter und starken Gegenwind teilweise unter Motor an Alicante vorbei durch viele Fischfarmen hindurchmanoeverierend bis zum Liegeplatz in Torrevieja am Nachmittag.
14.11. 09 Nach dem ausgiebigem Fruehstueck wurde das Schiff innen und aussen ordentlich sauber gemacht, die Crew verabschiedete sich und will wiederkommen `Es war so gut, so stuermisch und so lustig’.
Das Fazit der Reise seht ihr unten (gaaanz unten, richtig)….
Hier die Kurzform: 1000 km gesegelt und motort = ein tolles Schiff, unter allen Bedingungen absolut zuverlaessig und mit enorm viel Platz und einfach zu segeln.
HIER der LANGE Teil des Reports:Abwechslung muss sein im Leben, Routine haben wir ja ausreichend?
Deshalb freuen wir uns zwar ueber die verschiedenen Jahreszeiten, wollen es aber trotzdem moeglichst warm und sonnig haben. Wir freuen uns auch ueber viele neue Gesichter, egal wo, aber freundlich und angenehm muessen die damit verbundenen Begegnungen sein. Noch mehr freuen wir uns vielleicht ueber die Moeglichkeit zu Reisen, aber es sollte alles ohne grosse Probleme von statten gehen und und und…..
Nun, ich hatte nach den vielen Monaten mit sehr angenehmen Segeltouren im Sommerparadies Mallorca abschliessend sehr schlechte Wetterperioden aber alle Touren waren immer wieder so entspannend, angenehm und lustig dank der maennlichen und weiblichen Mitsegler, die sich immer wohl fuehlten. Das spornte natuerlich an und machte das Segeln noch schoener als es ohnehin schon ist, auch unter weniger guten Wetterbedingungen.
Nach Ende der Saison, im November, hatte ich noch eine weitere, sehr wichtige Tour vor mir. Der Zweck dieser besonderen Tour war, mein neues Schiff von Gruissan, Frankreich, nach Torrevieja in Spanien zu segeln, wo ein Liegeplatz auf das Segelschiff wartete.
Die Abreise mit dem Schiff von Port Gruissan, Frankreich, der Narbonne vorgelagerten Kuestenstadt, hatte ich fuer den 2. November vorgesehen, doch wie so oft um diese Jahreszeit, waren die Winde viel zu heftig und vereitelten dieses Vorhaben.
Um das Schiff und seine Eigenschaften kennen zu lernen, war ich bereits am 27. November in Gruissan und segelte und motorte zwei Tage bei schoenstem Wetter mit guten Wind im Meer vor der Marina. Fast alles funktionierte zu meiner Zufriedenheit. Das Mainsail mit seinem in mast furling –dabei wird das Segel in den Mast oder aus dem Mast gedreht und nicht am Mast rauf oder runter- war nicht so`unsportlich’ wie es oft behauptet wird, sondern eben nur anders, naemlich einfacher zu bedienen und die durch das in mast System gegebene etwas kleinere Segelflaeche mit dem Spezialsegel machte das Schiff auch nicht langsamer.
Lediglich das recht starke Linksdrehen des Schiffes unter Motor beim Rueckwaertsfahren fiel mir auf. Das musste man beim An- und Ablegen im Auge behalten.
Ich richtete das Schiff ein mit allem, was man so fuer das Leben, essen und schlafen an Bord braucht. Zusaetzlich waren die Sicherheitsgeraete -Liferaft, Man overboard Equipment, EPIRB, Rettungsbojen, Rettungsringe- fuer den Notfall entsprechend an Bord zu installieren.
Zwischendurch wanderte ich durch die Stadt und bewunderte die riesigen Wasserflaechen, l’ Etangs gennant, die ganz Gruissan umschliessen und wovon einer ausgebaut war zu der enormen Marina, die mehr als 2000 Schiffe beherbergt. Obwohl jetzt im November der groesste Teil der ueber 1000 Apartements in der Gegend nicht mehr von den Sommertouristen bewohnt wurde, gab es doch noch einige geoeffnete Restaurants und Bars, die zu den Essenszeiten fuer ihr reichhaltiges Angebot ein dankbares Publikum fanden. Moules et frites waren der immer noch aktuelle Esshit, von dem ich natuerlich gerne Gebrauch machte.
Als ich meinte, fuer das Schiff waere alles getan, inklusive genuegend Proviant, Getraenke und Wein gebunkert, stellte ich fest, das der Boiler kein warmes Wasser mehr produzieren konnte und, ganz schlimm, ich auch Wasser im Schiff hatte!
Es war Suesswasser, musste also aus den Tanks kommen. Das intensive Suchen ergab dann ein Leck in diesem Heiss Wasser Boiler, aus dem das Wasser auslief. Die gleichzeitige Funktionsstoerung des Warm Wasser Aufbereiters hing damit zusammen. Eine Dichtung war komplett zerstoert, das Wasser aus den Tanks lief dort hinein und wieder heraus und hatte dadurch das Heizungselement zerstoert und ausser Funktion gesetzt.
Ich liess in den Boiler ein neues Heizelement einbauen der wieder warmes Wasser lieferte und damit war auch wieder Duschen und Abwaschen an Bord moeglich.
Mittlerweile war auch meine Crew eingetroffen. Steve und Peter, ein Englaender und ein Schweizer, waren vom ersten Moment an begeistert vom Schiff. Die Fahreigenschaften sollten wir spaeter noch ausreichend kennenlernen.
Leider war das Wetter innerhalb von einem Tag viel schlechter, sehr viel windiger und kaelter geworden.
Der bekannte, typische Mistral blies mit aller Kraft, dazu gesellte sich aus der anderen Richtung der Trasmontana oder Marina und in der Hoehe darueber wuetete noch mal ein anderer Sturm. Alles zusammen sorgte fuer eine Windstaerke von bis zu 8 Beaufort, Wellenhoehen im Meer bis zu 4 Metern und sogar im Hafen hatten wir Wellen mit weissen Schaumkronen von bis zu 1 Meter. An losfahren war nicht zu denken, also warteten wir, sassen in zugigen Restaurants beim koestlichen Essen und Trinken und liessen uns von den Wellen in den Schlaf wiegen.
Nach eingehender Pruefung aller Wetterberichte sollten wir am 5. November ein Wetterfenster haben, das uns die Abfahrt ermoeglichen koennte. Gemaess Vorhersage sollte der Sturm suedwaerts wandern waehrend sich von Norden ein neues schweres Tief naeherte und nochmals mit tieferen Temperaturen und noch mehr Wind zu rechnen war.
Die Entscheidung war damit gefallen: wir segelten am 5.11. los. Nach dem Aufbruch am fruehen Morgen kamen wir mit sehr starken Wind -30 bis 40 Knoten- von achtern und zum Teil mit Wellen von vorne am Abend im franzoesischen Hafen Port Vendres an, der kurz vor der spanischen Grenze liegt.
Die Sommersaison war hier auch bereits vorueber. Wir sahen viele geschlossene Restaurants, kaum Touristen und fanden am kalten und regnerischen Abend nur ein Restaurant in Hafennaehe, das geoeffnet war.
Am naechsten Tag, 6.11., war das Wetter nicht sehr viel besser. Wir brachen um 9 Uhr auf mit zwar guenstigeren Wind aus Nordwestlicher Richtung, konnten die Segel aber nur stark gerefft fahren bei immer noch staerkerem Wind mit 45 bis 50 Knoten und mit den zunehmend hoeheren Wellen bis 5 Meter surften wir buchstaeblich durch den Golf von Lyon und erreichten dabei Geschwindigkeiten von bis zu 12 Knoten. Das Schiff bewiess uns, dass seine Segeleigenschaften noch besser waren, als wir erwarteten. In keiner Minute fuehlten wir uns unsicher sondern das Schiff vermittelte uns immer das Gefuehl der Sicherheit, Zuverlaessigkeit und auch Geborgenheit.
Nach dem Einsetzen der Daemmerung liefen wir am Abend den ersten spanischen Hafen, Palamos, an der Costa Brava an.
Die richtige Auswahl unter den vielen Restaurants in diesem huebschen Staedtchen mit seiner Altstadt zu treffen, fiel uns nicht leicht. Dafuer hatten wir dann weniger Probleme, eine Bar mit viel Getraenkeauswahl zu finden, die gleich neben dem Restaurant war.
Da es am Abend hier ohne den ‚franzoesischen’ Wind bereits deutlich waermer als in Frankreich war, hatten wir nicht das Beduerfniss, sofort wieder zurueck in das beheizte Schiff zu muessen, der Abend wurde also etwas verlaengert. Wie lange es wirklich war, merkten wir am naechsten Morgen, der uns erst um etwa 10 Uhr beim Fruehstueck mit Sonnenschein, Waerme und viel Cafe an Deck begruesste…
Eigentlich wollten wir an diesem Tag, 7.11., direkt nach Barcelona segeln. Davon mussten wir jetzt Abstand nehmen und entschieden, heute nur so nahe wie moeglich an Barcelona heran, zum Hafen von Aranys, zu segeln um dann am naechsten Tag rechtzeitig am fruehen Nachmittag in Barcelona anzukommen.
Mit sonnigem Wetter und wiederum starken Wind aus nicht ganz der idealen Richtung, der jedoch hier schon etwas waermer mit 25 – 30 Knoten wehte, kamen wir zum Sonnenuntergang am spaeten Nachmittag mit Hilfe des Motors in Aranys an.
Wie meistens, waren auch in dieser Marina die Duschen und die anderen Einrichtungen sehr einladend und wir konnten auf das Duschen an Bord verzichten, womit das `laestige` Reinigen entfiel. Von der Waschmaschine und dem Waeschetrockner in der Marina machten wir keinen Gebrauch, wir hatten noch ausreichend Reserve Waesche. Wir waren zu faul, ein Restaurant zu suchen und zu finden und gingen einfach in das naechst-beste. Danach ging’s frueh in’s Bett und mit der Waerme der laufenden Heizung am recht kuehlen Abend fuehlten wir uns sehr wohl.
Am naechsten Morgen, 8.11., waren wir um 9 Uhr bereit zum auslaufen nach Barcelona.
Nach einem nur kurzen Segeln mussten wir den Motor benutzen weil Wellen und Wind direkt von vorne kamen, Segeln dadurch leider nicht moeglich war.
Barcelona ist, wenn man aus Norden kommt, schon von weiten gut sichtbar. Kraene in den verschiedenen Haefen, markante Gebaeude in der Marina und an Land wiesen uns den Weg.
Auf meine Anfrage ueber Funk nach einem Platz fuer unser Schiff ueber Nacht erhielt ich die froehliche Antwort: `We are overbooked anyway, we have the international boatsshow, all places are occupied but just come along, we will find something for you’.
Angesteckt von diesem Optimismus machten wir uns auf die Suche nach der richtigen Einfahrt in den alten Hafen, ’Port Vel’ wo wir hinwollten. Eine endlos erscheinende Quaimauer fuehrte uns schliesslich irgendwann zur richtigen Zufahrt, die mit der uns entgegenscheinenden Sonne nur schwer sichtbar war.
Nach einer mehr als zwei Meilen langen Fahrt durch den Hafen wurden wir von einem Marinero ueber Funk zu unserem Liegeplatz gelotst. Wir konnten an einer Tankstation festmachen und dort ueber Nacht bleiben. Auflage war allerdings, anderen Schiffen Platz zu machen, wenn diese tanken wollten. Wasser und Stromanschluss hatten wir dort auch nicht. Den Dieseltank hatte ich bei der Gelegenheit an der Tankstelle gerade nachgetankt, und die Berechnung zeigte mir, dass wir einen sehr niedrigen Verbrauch verzeichneten, womit das Verhaeltniss von verbrauchten Treibstoff und Geschwindigkeit, zurueckgelegter Meilen bei einer Umdrehungszahl von durchschnittlich 22000 Reps und dem Gegenwind/Gegenstroemung optimal war. Unsere Batterien waren noch gut geladen, damit war auch die Versorgung mit Licht, Heizung und warmen Wasser kein Problem.
Am Abend, zum Sundowner, konnte ich dann meine Freundin an Bord begruessen, die extra nach Barcelona gereist war um das Schiff kennen zu lernen.
Kurz und gut: wir blieben drei Naechte in Barcelona, konnten am naechsten Tag einen neuen Liegeplatz belegen und hatten dort dann alles, was wir benoetigten, Wasser, Strom und den idealen Liegeplatz, mitten in der Stadt Barcelona.
Diese pulsierende und aktive Stadt lohnt den Besuch sehr. Meine Crew besuchte bei sonnigem Wetter alle touristischen Sehenswuerdigkeiten sowie die boatsshow. Die Leute im Hafenoffice – Capitania- waren sehr freundlich und sehr kompetent und der wirklich niedrige Preis fuer die Mooring, also das, was pro Nacht fuer den Liegeplatz zu zahlen ist in einer Marina, war zu meiner Verwunderung mit 25 Euro doppelt so niedrig wie zum Beispiel der Preis in der viel kleineren Marina von Palamos und vielen anderen Marinas obwohl das Pilotbook Barcelonas Marina Port Vel als Luxus listet.
Nachdem wir gut ausgeruht hatten und das Wetter nur ein wenig schlechter wurde, legten wir gegen Mittag am 11.11. ab um von Barcelona aus so weit wie moeglich suedlich zu kommen. Wir fuhren nonstop in 30 Stunden von Barcelona nach Altea, eine huebschen Marina in der Naehe von Alicante.
Laengere Zeit nach der Abfahrt, bei Einbruch der Nacht wechselte der Wind, wurde staerker, und wir fuhren mit gerefften Segeln und Motor gegen die Wellen an Valencia, Mallorca und Ibiza vorbei, deren Lichterschein gut zu sehen war. Das Schlafen waehrend der Wachen –vier Stunden Wache, vier Stunden Schlaf- war unruhig bei dem Wellengang, der das Schiff immer wieder maechtig mit dem Bug in die Wellen einschlagen liess, aber man gewoehnt sich auch daran.
Meine Wache in der Nacht bescherte mir dann ein besonderes Erlebnis. Gegen drei Uhr morgens sah ich auf der Backbordseite zwei sonderbare Lichter, die rasch groesser wurden. Ein Schiff mit so einer eigenartigen Lichterfuehrung hatte noch nicht gesehen, ich konnte es nicht identifizieren.
Erst nach etwa zehn Minuten wurde mir klar, dass das die Mondsichel des Viertelmonds am Horizont war, der auf dem Ruecken liegend und mit den beiden Spitzen zuerst erscheinend, so aus dem Meer auftauchte. Riesig gross durch die klare Nacht verstaerkt und rasch steigend, war dieses Naturschauspiel wirklich eindruecklich, wie so viele andere schoene Natur-Phaenomene, die es waehrend eines Segeltoerns zu erleben gibt.
Der Sonnenaufgang war ebenso schoen anzusehen, das Fruehstueck wie auch die Verpflegung waehrend der Nacht auf Wache und der lunch wurde wegen des starken Seegangs nur in kleinen Portionen zu sich genommen, weil man nicht alles gleichzeitig festhalten kann. Cafetasse in einer und Sandwich in der anderen mussten genuegen.
Am Mittag, nach dreissig Stunden, beschlossen wir die Marina von Altea anzusteuern, die weiter suedlich und noch naeher an Alicante lag als die Marinas, welche wir vorher eingeplant hatten, naemlich Denia, Javea oder Moraira.
Mit deutlich waermeren Wind segelten wir diese Strecke ueber den Nachmittag und legten am fruehen Abend in diesem huebschen Hafen an.
Der naechste Morgen, 13.11., praesentierte sich mit dem Wind ’auf die Nase’, also aus der falschen Richtung direkt von vorn und so nahmen wir unter Motor die letzte Etappe, von Altea direkt zum Ziel, dem Liegeplatz in Torrevieja, unter den Kiel.
Dort angekommen, begann das uebliche kleine Feiern der gelungenen Tour und am kommenden Tag funktionierte das aufklaren, also das Saubermachen des Schiffs innen und aussen genauso perfekt, wie alles andere auf diesem herrlichen und lustigem Trip.
Meine gute und perfekte Crew packte ihre persoenlichen Sachen zusammen und nach dem Abschiedstrunk verliessen meine beiden Freunde das Schiff in Richtung Schweiz und England.
Das Fazit der Tour lautet:Es war ein Verguegen unter allen Wetterbedingungen mit diesem Schiff die etwa 1000 km von Frankreich nach Spanien zu segeln. Die Beneteau Oceanis 393 Clipper -11.98 m lang, 3.96 m breit, Stehhoehe 2.05 m- ist absolut zuverlaessig, gutmutig bei allen Seebewegungen, sehr komfortabel mit sehr viel Platz in drei Doppelkabinen und den zwei Nasszellen mit Duschen und Toiletten, mit aussergewoehnlich viel Licht durch die enorm vielen Fenster im Salon und in der Eignerkabine im Bug.
Sie bietet ein mehr als geraeumiges Cockpit fuer die Crew UND den Steuermann und sie ist leicht zu bedienen mit dem in mast furling Segel System und der Segelflaeche von 72 m2.
Darueber hinaus hat sie weit bessere Segel- und Motoreigenschaften als vom Hersteller angegeben und ist ideal fuer eine bis fuenf Personen gleichermassen fuer kurze Tagestouren wie auch fuer wochenlange Seetouren ohne Halt.
Mit Vergnuegen erwarte ich euch im Sommer deshalb zum Mitsegeln und dem Geniessen aller angenehmen Dinge, die so eine Tour bietet.
Ich kann euch in jedem spanischen Hafen abholen. Gebt mir einfach rechtzeitig Bescheid, wo das sein soll.
Der Heimathafen bleibt bis November 2010 Torrevieja und falls ihr dorthin kommen werdet, koennen wir natuerlich von da aus in das Blaue hinein starten oder nach Absprache zu vorbestimmten Zielen segeln.
Bis dahin lasst es euch gut gehen und geniesst die Zeit. Der Winter hat ja auch seine schoenen Seiten mit Skifahren/Langlauf, Schlittschuhfahren, langen Spaziergaegen, einer warmen Huette und jede Menge anderen Aktivitaeten oder dem schoenen verdienten Faulenzen an den weekends sowie kulturellem input im indoor Angebot, wenn man das mag.
Bis zum naechsten Mal und nur kein Stress, hasta la vista.
Mit herzlichen Gruessen, Klaus
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